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IT-fremde Einkäufer: Die neuen IT-Influencer sind da

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Ein häufiger Irrglaube ist, dass der CIO allein für den IT-Einkauf eines Unternehmens zuständig ist. Es ist ein Mythos, der die Technologiebranche durchzieht und sowohl den Verkauf von Systemen und Diensten, als auch die Implementierung dieser Technologien im betreffenden Unternehmen beeinflusst.

Die IT-Einkaufsregelung ist nämlich in Wahrheit viel nuancierter. Die digitale Transformation wird von einer Dezentralisierung des IT-Einkaufs begleitet, sodass Einzelpersonen im Unternehmen bei Bedarf Technologie erwerben können – oft auch ohne die Anweisung des CIO.

Bei dieser neuen Regelung spielen IT-fremde Einkäufer eine entscheidende Rolle: Sie helfen dem Unternehmen den Wert einer neuen Technologie zu beurteilen, bevor sie gekauft und implementiert wird. Wie können Unternehmen also diese IT-fremden Einkäufer am besten für sich nutzen, und welchen Einfluss hat ihre Rolle auf die IT-Beschaffung, sowohl heute als auch in Zukunft?

In welchem Kontext der Aufstieg des IT-fremden Einkäufers zu sehen ist

Functional buyers - the new IT influencers-Body Text ImageStudien von Bain & Company legen nahe, dass sich bereits fast ein Drittel der Kaufkraft für Technologie außerhalb der IT befindet. Die Cloud hat in erheblichem Maße dazu beigetragen, da sie Führungskräften außerhalb der IT hilft, Systeme und Dienste on demand zu kaufen.

Bain & Company weisen außerdem darauf hin, dass sich die Art der Technologie ändert, die gekauft wird. Statt traditionellen IT-Systemen richten mehr Unternehmen ihre IT-Ausgaben auf neue digitale Workflows aus, wie zum Beispiel auf mobile zielgerichtete Werbung und Lieferung.

Im Jahr 2012 wurden weltweit 1,5 Billionen Dollar in Marketing und Kommunikation investiert. Diese Zahl soll laut Bain & Company 2017 auf 1,7 Billionen Dollar ansteigen. Zwei Drittel dieses Wachstums werden aus neuen digitalisierten Aufgaben resultieren. Die Führungskräfte, die sich am besten mit diesen Aufgaben auskennen, sind nicht in der IT-Abteilung tätig, sondern im Marketing, der Buchhaltung oder dem Personalwesen.

Eine herausragende Position für Fachbereichsleiter sichern

Die Verschiebung bei den Ausgaben wirkt sich in der Folge auch auf die Rolle des CIO aus. IT-Führungskräfte müssen diesen Wandel annehmen und sich künftig weniger mit den operativen Fragen der traditionellen IT beschäftigen. Sie sollen vermehrt dafür sorgen, dass die von IT-fremden Einkäufern beschaffene Technologie optimal im Unternehmen genutzt wird.

Gartner bezeichnet diese Verschiebung als “bimodale IT”. Hierbei müssen CIOs ihre Zeit effektiv zwischen operativen Aspekten und Fragen, die den Wandel betreffen, aufteilen. IT-fremde Einkäufer können diese Verschiebung entscheidend unterstützen. Die Fachbereichsleiter verstehen die spezifischen Anforderungen ihres Geschäfts und wissen, dass die Cloud dabei helfen kann, Dienste sicher und bei Bedarf bereitzustellen.

Durch enge Zusammenarbeit können CIOs und Fachbereichsleiter ihre beiden Erfahrungsbereiche vereinen, sodass der CIO die Kontrolle behält und der Fachbereichsleiter dafür sorgt, dass die Geschäftsanforderungen abgedeckt werden. Kluge CIOs verstehen, dass die Verschiebung bereits im Gang ist – und ebenso die führenden Technologieanbieter, die Produkte an diese IT-fremden Einkäufer vermarkten.

Aufbau einer interaktiveren Zukunft für die IT-Beschaffung

Die Verschiebung hin zum IT-fremden Einkauf und der Wandel in der Bedeutung der Rolle des CIO erklärt, warum so viel Literatur zum IT-Management auf Begriffe wie Engagement, Kommunikation und Zusammenarbeit gerichtet ist. Moderne Unternehmen müssen über IT sprechen.

Schließlich gibt es eine größere Auswahl an Systemen und Diensten als je zuvor – und technisch versierte Geschäftsbereichsleiter verstehen das Potenzial der Technologie genauer als IT-Experten. In dieser Hinsicht ist der Aufstieg des IT-fremden Einkäufers eine gute Nachricht.

Führende CIOs erkennen die Macht dieses Trends und setzen sich die Leiter der Buchhaltungsabteilung in die IT-Abteilung. Dort sind sie nah am Geschäft und können die Anforderungen der IT genau verstehen. Was dabei herauskommt ist ein neues Modell des IT-Einflusses, bei dem Unternehmen und IT Hand in Hand arbeiten, um bessere Lösungen für interne Nutzer und externe Kunden zu schaffen.

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Mark Samuels

Mark Samuels

Mark Samuels ist Wirtschaftsjournalist mit Spezialisierung im Bereich IT-Leadership. Als früherer Redakteur bei CIO Connect und Kulturredakteur bei Computing hat er bereits für verschiedene Organisationen gearbeitet, darunter Economist Intelligence Unit, Guardian Government Computing und Times Higher Education. Mark schreibt darüber hinaus Beiträge für CloudPro, ZDNetUK, TechRepublic, ITPro, Computer Weekly, CBR, Financial Director, Accountancy Age, Educause, Inform und CIONET. Er hat umfassende Erfahrung im Verfassen von Artikeln zu dem Thema, wie CIOs in ihren Unternehmen Technologien einführen und nutzen.

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Tags: Arbeitsplatz der Zukunft, Arbeitswelt im Wandel