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Die Trennung: Vorteile der Entkopplung von Enterprise-Netzwerktechnologie

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Die Trennung: Vorteile der Entkopplung von Enterprise-Netzwerktechnologie

 

Das Netzwerk war schon immer von zentraler Bedeutung für die Existenz des Computers. Selbst auf dem Höhepunkt der Personal Computer in den 1980er-Jahren, als Desktop-PCs die Arbeitsplätze eroberten, wurde nach neuen Möglichkeiten für deren Vernetzung gesucht.

Auf Enterprise-Ebene bezeichnen wir diesen Zeitraum manchmal als „zweite Plattform“: das Zeitalter verteilter Systeme und preisgünstiger Softwareanwendungspakete. Vor der zweiten Plattform befanden wir uns im Zeitalter der ersten Plattform, also der monolithischen Systeme und Mainframes.

Heute: die dritte Plattform

Die dritte Plattform leitet das Ende der unbefristeten Softwarelizenz (die nur einmal gekauft werden muss) ein. Cloud- und servicebasierte Datenverarbeitung erfolgt nun parallel zum unternehmensweiten Einsatz offener Standards – und das führt uns zur logischen Entkoppelung von Netzwerksoftware und -hardware.

Die Trennung: Vorteile der Entkopplung von Enterprise-NetzwerktechnologieObwohl die dritte Plattform weitreichend genutzt wird und Services für Smartphones, Tablet-PCs und andere Geräte wie die im Internet of Things bereitstellten, lässt sich begründet argumentieren, dass das Netzwerk noch einen weiteren revolutionären Umbruch vor sich hat.

IDC weist darauf hin, dass „Netzwerktechnologie als Teil der Infrastruktur die Auswirkungen [der Entwicklung der dritten Plattform] verstärkt spürt, die Umgestaltung anderer Teile der IT-Infrastruktur jedoch üblicherweise schneller erfolgt als die der Netzwerkinfrastruktur.“

Da jetzt die gleichen Effizienzen durch die Entkoppelung wie bei servicebasierten Anwendungen zum Zuge kommen und in den tieferen Strukturen des Netzwerks ansetzen, wird deutlich, dass softwaredefinierte Rechenzentren einen besser kontrollierbaren und nachvollziehbaren sowie flexibleren, modulareren und kosteneffizienteren Ansatz für den IT-Betrieb bieten – nicht nur für die Netzwerkkomponente, sondern auch für die Datenverarbeitungs- und Massenspeicherelemente.

Sind Innovationen in einem Netzwerk möglich? 

Das Vorhaben, Innovationen im Netzwerk durchzuführen, klingt zunächst eher unrealistisch, denn ist das Backend-Backoffice nicht einfach nur eine statische Datenverarbeitungsumgebung mit einem Backbone? Dies mag auch heute noch der Eindruck vieler Endbenutzer sein, doch mit einer echten Disaggregation des Netzwerk-Stacks können Unternehmen höhere Kosteneffizienz erreichen und die modernen Netzwerklösungen besser auf die Kundenanforderungen abstimmen.

Das Analystenunternehmen IDC geht davon aus, dass „diese Herausforderungen durch den Einsatz innovativer Netzwerktechnologien wie SDN, Netzwerkvirtualisierung sowie die Virtualisierung von Netzwerkfunktionen überwunden werden können“.

IDC betrachtet offene Standards, Open-Source-Software sowie die Entkopplung von Netzwerksoftware und -hardware als wichtige Förderinstrumente für die Netzwerktransformation. Die Vorteile liegen hier in erster Linie in der höheren Kosteneffizienz sowie der Möglichkeit, den Netzwerkbetrieb detailliert so anzupassen, dass er den Anforderungen von Geschäftsbereichen und damit den geschäftlichen Anforderungen des Unternehmens innerhalb des Marktes, auf dem es tätig ist, gerecht wird.

Es gibt Anzeichen dafür, dass sich der Status quo in puncto Netzwerktechnologie verändert. Das macht sich beispielsweise dadurch bemerkbar, dass der Einsatz von Netzwerkvirtualisierung immer mehr zum Mainstream wird – insbesondere in großen Organisationen.

Der Vorteil von Infrastruktur-als-Code

Organisationen möchten ihre Netzwerke agil machen – und mit einem Infrastruktur-als-Code-Ansatz können sie das womöglich erreichen. Bei der Netzwerktechnologie sind wir aktuell Zeugen von Disaggregation, Entkopplung und Dezentralisierung – doch um im Hinblick auf Plattformen des dritten Zeitalters den größten Nutzen daraus ziehen zu können, ist eine Integration mit einem sachkundigen Team erforderlich. Wenn dieser Prozess überlegt und rücksichtsvoll durchgeführt wird, wird eine vierte Plattform wohl niemals entstehen (oder notwendig sein) – zumindest nach aktuellem Stand.

 

 

Adrian Bridgwater

Adrian Bridgwater

Adrian ist Technikjournalist mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung in der Journalismusbranche. Vorrangig hat er sich mit der Erstellung von Nachrichtenanalysen im Bereich der Softwareentwicklung beschäftigt; in unserer sich ständig verändernden Medienwelt ist er aber auch Analyst, Technik-Evangelist und inhaltlicher Berater. Während der letzten zehn Jahre hat er sich großenteils auch auf Themen wie Open Source, Datenanalyse und -aufbereitung, Cloud Computing, Mobilgeräte und Datenmanagement konzentriert.

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