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Festlegung auf einen bestimmten Anbieter: keine Option im Jahr 2016

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Auf offene Standards setzen oder auf eine einzige und eher proprietäre IT-Plattform bauen, die an einen bestimmten Anbieter bindet – das ist die große Frage für Unternehmen aller Arten, Größen und Branchen, die durch digitale Transformation ihren Betrieb für Cloud, Mobilgeräte, soziale Medien sowie softwaredefinierte Netzwerke und Services öffnen möchten.

Heute sprechen sich jedoch selbst Hardware- und Softwareanbieter gegen die Bindung an einen bestimmten Anbieter aus. Gibt es also überhaupt einen Grund, dieses Thema zu diskutieren?

Ein Plädoyer für offene Plattformen

Obwohl es tatsächlich große Bestrebungen bei den Anbietern gibt, die zahlreichen Vorteile offener Plattformen zu nutzen, zu fördern, auszubauen und zu loben, sollten die Hintergründe und Absichten einer genauen Prüfung unterzogen werden.

FOffene Standards haben ihren Ursprung in offenen Quellen – Open Source –, doch die Freiheit von Open Source ist eher gleichzusetzen mit Zwanglosigkeit (wie bei freier Meinungsäußerung) und nicht mit Kostenlosigkeit (wie bei Freibier). Wenn wir uns im Klaren darüber sind, dass es einen Unterschied zwischen frei und kostenlos gibt, können wir auch verstehen, warum selbst hinter offener Datenverarbeitung (Open Computing) ein ausgefeiltes Kostenmodell steht, bei dem zwar nicht die Anschaffungskosten, sondern vielmehr Wartung und Support einen Großteil der Gesamtbetriebskosten ausmachen. Dies ist insbesondere bei Software der Fall.

Dennoch hat das IT-Analystenunternehmen IDC festgestellt, dass offene Umgebungen und Standards sowie die Entkoppelung von Software und Hardware gleichwertige oder bessere Ergebnisse ermöglichen wie bzw. als proprietäre Lösungen, wobei zusätzlich die Kosten unter Kontrolle gehalten werden.

Laut IDC sind „Netzwerke der wahrscheinlich einzige Sektor der IKT-Umgebung, in dem die enge Kopplung von Betriebssystemen und Hardware üblich ist und wo die Bindung an einen spezifischen Anbieter ein großes Problem darstellt. Um erfolgreich zu zukünftigen Plattformen wechseln zu können, muss in Enterprise-Netzwerken auf Offenheit gesetzt werden. Und das soll nicht einfach nur der Offenheit halber geschehen, sondern um von Innovationen und modernen Architekturen profitieren zu können, mit denen die Rolle von Netzwerken verändert werden kann: Statt lediglich der Konnektivität im Unternehmen zu dienen, sollen sie auch geschäftliche Ziele unterstützen.“

Vollständige Offenheit

Das praktische Erreichen von Offenheit für eine Betriebsplattform erfordert vollen und uneingeschränkten Einsatz. Themen wie umfassende Systemintegrationsprozesse und Begriffe wie durchgängige Systemverwaltung werden nicht ohne Grund ins Spiel gebracht.

In der Praxis gestaltet sich all das jedoch nicht ganz so einfach und wir sind immer noch mit Hürden konfrontiert, da das Wissen und Bewusstsein rund um Open-Source-Software, -Protokolle, -Plattformen und -Tools für Unternehmen zu wünschen übrig lässt. Das bedeutet realistisch gesehen, dass es für offene Systeme und den breiten Einsatz softwaredefinierter Netzwerke wahrscheinlich weniger Testimplementierungen geben wird, als dies beim aktuellen Entwicklungsstand machbar wäre.

Wie sieht der Weg in diese neue Zukunft aus?

IDC geht davon aus, dass die Zukunft des Netzwerks – sowie der gesamten IT-Infrastruktur – durch stärkere Formbarkeit, Softwareinnovation sowie die Integration zuvor separater Technologien in integrierte, konvergente und softwaredefinierte Cluster bestimmt wird. Gleichzeitig ist abzusehen, dass sich in Rechenzentrumsnetzwerken aufgrund neuer Verbindungsmöglichkeiten für Datenverarbeitung, Massenspeicher und Netzwerkintelligenz in immer stärkerem Maß spezialisierte Verwaltungstools durchsetzen werden.

Dies wird nicht über Nacht geschehen, aber dem offenen Netzwerk steht ohne jede Frage eine große Zukunft bevor.

 

 

Adrian Bridgwater

Adrian Bridgwater

Adrian ist Technikjournalist mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung in der Journalismusbranche. Vorrangig hat er sich mit der Erstellung von Nachrichtenanalysen im Bereich der Softwareentwicklung beschäftigt; in unserer sich ständig verändernden Medienwelt ist er aber auch Analyst, Technik-Evangelist und inhaltlicher Berater. Während der letzten zehn Jahre hat er sich großenteils auch auf Themen wie Open Source, Datenanalyse und -aufbereitung, Cloud Computing, Mobilgeräte und Datenmanagement konzentriert.

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Tags: Data Center, Technologie