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Fünf Gründe, warum selbst entwickelte IT-Lösungen für Unternehmen keine gute Idee sind

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Die IT-Welt ist übersät mit Beispielen für blamable IT-Projekte, die ihren Ansprüchen nicht gerecht wurden. Fast allen diesen Projekten ist ein Merkmal gemein: der Wunsch nach einer intern entwickelten Lösung.

Für Unternehmen, die zukunftsfähig sein möchten, ist der kurzfristige Kostenvorteil einer eigenen IT-Lösung durchaus verlockend. Die erforderlichen Standardgeräte sind kostengünstig und viele Unternehmen glauben, dass sie intern über das notwendige Know-how verfügen, um das Projekt in die Tat umzusetzen.

Eine Frage des Standards

body text image (11)Einer der entscheidenden Vorteile von Cloud-Computing und mobilen Arbeitsplätzen ist die Standardisierung der Services. Da die Mitarbeiter jedoch eine Vielzahl unterschiedlichster Geräte mit an den Arbeitsplatz bringen, wird die Bereitstellung einer Standardplattform zu einer regelrechten Herausforderung. Durch die Einhaltung von Branchenstandards wird es kostengünstiger und einfacher, die Anforderungen von Mitarbeitern und Kunden optimal zu erfüllen.

Wenn Unternehmen ihre eigene IT-Lösung einführen, wird die erforderliche Standardisierung jedoch zu einer Herausforderung, da sie nicht nur die externen Services betrifft. Auch Entscheidungen in Bezug auf Hardwareschnittstellen und Datenstrukturen werden zu wichtigen Gesichtspunkten.

Das Risiko versunkener Kosten

Ein weiterer Aspekt sind unternehmensinterne Veränderungen. Der Befürworter eines bestimmten Standards kann von einem anderen Abteilungsleiter abgelöst werden, der einen anderen Standard bevorzugt. Die Folge dieser Richtungsänderung des Projekts sind versunkene Kosten und verlorene Vermögenswerte.

Eine proprietäre Lösung schränkt unter Umständen auch die Möglichkeiten eines Unternehmens ein, mit externen Beratern oder Auftragnehmern zusammenzuarbeiten. Eine exotische, nicht den Standards entsprechende Umgebung erschwert ihnen die Erfüllung ihrer Aufgaben und erhöht folglich die Kosten für den Kunden.

Reaktion auf Marktveränderungen

Der Trugschluss der versunkenen Kosten, das heißt die weitere Investition in verlorene Projekt, ist ein ernst zu nehmendes Risiko bei der Entwicklung einer eigenen Lösung. Nachdem bereits viele Millionen, ganz zu schweigen von dem enormen Stolz der Unternehmensführung, in eine interne Lösung investiert wurden, fällt die Entscheidung ungemein schwer, das Projekt aufzugeben.

Eine proprietäre Lösung birgt zudem die Gefahr, an vorhandenen Produkten festhalten zu müssen. Was zu einem bestimmten Zeitpunkt als vorteilhaft erschien, erweist sich jetzt vielleicht als teurer Fehler, da das Unternehmen an ein Produkt gebunden ist, das seine Anforderungen nicht mehr erfüllt und sein Wachstum einschränkt.

Standardsysteme haben zudem oft den anfänglichen Reiz, dass sie kostengünstig sind. Das ist jedoch auch ein Nachteil, da die Komponenten unter Umständen nicht den Anforderungen eines wachsenden Unternehmens entsprechen oder nicht die Leistung und Zuverlässigkeit bieten, die in einer sich schnell verändernden Geschäftsumgebung erforderlich sind.

Hohe Verwaltungskosten

Im Hinblick auf die Verwaltung bedeutet eine interne Lösung einen größeren praktischen Arbeitsaufwand. Eine ganzheitliche Lösung ist in der Regel rechenlastoptimiert, verfügt über Tools für Virtualisierung, Cloud-Verbindungen und mehr und erfordert minimale Konfiguration. Die selbst entwickelte Alternative lenkt die IT-Verwaltung von ihren eigentlichen Aufgaben ab und reduziert so ihren Wert für das Unternehmen. Dadurch bestätigt sie ihre wahrgenommene Rolle als Kostenstelle und nicht als Erbringer eines Mehrwerts.

Ein weiterer Aspekt maßgeschneiderter Lösungen ist die Tatsache, dass sie mehr interne Ressourcen erfordern und somit die bereits strapazierten Abteilungsbudgets noch weiter belasten. Eine moderne IT-Abteilung soll Abläufe vereinfachen und benutzerfreundlicher machen.

Berechnung der wahren Gesamtbetriebskosten

In Wahrheit verursachen selbst entwickelte Lösungen höhere Gesamtbetriebskosten – und zwar noch bevor ungenutzte Chancen aufgrund von unflexiblen Systemen miteinbezogen werden.

Zukunftsfähige Unternehmen benötigen eine integrierte Lösung für ihre IT-Anforderungen, um ihre Systeme zu vereinfachen und sie in die Lage zu versetzen, sich auch in Zukunft an die Veränderungen der Geschäftswelt optimal anpassen zu können. Auch wenn die anfänglichen Kosten höher erscheinen, bietet eine solche Lösung über den Lebenszyklus der Investition hinweg einen gesteigerten Mehrwert.

 

 

Paul Wallbank

Paul Wallbank

Paul schreibt neben Beiträgen für private Publikationen regelmäßig für den Business Spectator und die IT News. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen „e-Business - Seven Steps to Online Success“ (erschienen bei John Wiley & Sons) und der „Small Business Guide to IT“ (erschienen bei Allen & Unwin). Pauls besonderes Interesse gilt der geschäftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung in der vernetzten Wirtschaft. Zu seinen weiteren Schwerpunktthemen gehören IT-Sicherheitsaspekte, Big Data, die Cloud, Unternehmenstechnologie, das Internet der Dinge und die Zukunft von Unternehmenslösungen.

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Tags: Data Center, Technologie