Home » Technologie » Software » Mehr Kreativität und Produktivität durch parallele Hardware- und Software-Upgrades

Mehr Kreativität und Produktivität durch parallele Hardware- und Software-Upgrades

Tech Page One

Young Woman at Desk with UltraSharp 34 U3415W Monitor

 

Die Kosten für den Austausch veralteter Software und Hardware sowie der Zeitaufwand für Bereitstellung, Anpassung und Mitarbeiterschulung sind zwei der häufigsten Gründe, aus denen das Management potenziell geschäftskritische Upgrades aufschiebt. Das Argument: Wenn alte Hardware und Software immer noch ordentliche Ergebnisse liefern, warum sollte dann in einen Austausch investiert werden?

Doch sind die Kosten für ein Upgrade tatsächlich höher als der Preis, den Sie für die Arbeit mit veralteten Computern und antiquierten Anwendungen zahlen? Die Frage stellt sich insbesondere dann, wenn Ihr Unternehmen rechenintensive Software wie AutoCAD, SOLIDWORKS oder Adobe Premiere Pro einsetzt.

Wenn Sie sich für ein Upgrade entscheiden, ist es dann sinnvoller, Hardware und Software gleichzeitig zu aktualisieren, oder genügt es, neue Software auf drei bis vier Jahre alten Systemen zu installieren?

Die Vorteile einer PC-Aktualisierung im Zwei-Jahres-Rhythmus

Man Using Venue 8 Pro Tablet At Work„Unternehmen sollten ein Programm für die PC-Aktualisierung implementieren, das nicht auf althergebrachten Branchenpraktiken basiert, die sich vor vielen Jahren etabliert haben“, so Jack Gold, Branchenanalyst und Präsident von J. Gold Associates. „Wir empfehlen Unternehmen stets, für ihre firmeninternen PCs sofort auf einen Aktualisierungszyklus von zwei Jahren umzustellen.“

Der Einsatz veralteter Computersysteme birgt nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern verursacht auch zahlreiche IT-Probleme. Wenn Sie beispielsweise einen alten Computer nutzen, der lediglich 32-Bit-Betriebssysteme unterstützt, können Sie keine 64-Bit-Software ausführen – was insbesondere für Unternehmen mit grafikintensiven Anwendungen problematisch werden kann.

Die Poweruser eines typischen Unternehmens gehören auch meist zu den bestbezahlten Mitarbeitern, die für die Markteinführung von Produkten und die Entwicklung des wichtigsten geistigen Eigentums verantwortlich sind. Für sie ist ein zweijähriger Aktualisierungszyklus sinnvoll, da sie dadurch mehr Rechenleistung und damit mehr Zeit zur Verfügung haben, um Projekte fertigzustellen, schneller als die Konkurrenz zu iterieren und innerhalb eng gesteckter Deadlines kreativer zu sein.

Der Einsatz neuer Hardware und Software garantiert bessere Produktivität, weniger Ausfall- und Wartungszeiten bei Geräten, höhere Sicherheit, verbesserten Datenaustausch sowie bessere Auslastung der neuesten Ressourcen. Das alles hat enorme Auswirkungen auf ein Unternehmen.

In diesen drei verschiedene Anwenderberichten wurden neuere Software- und Hardwarekonfigurationen mit ihren Legacy-Gegenstücken verglichen:

Adobe Premiere Pro auf einer Dell Precision T7600 und einer Tower 7910

Jeff Greenberg, Post Production Consultant und Adobe Experte, führte mit einem fünfminütigen 4K-Video verschiedene Tests durch. Dabei verwendete er zwei unterschiedliche Workstations sowie zwei unterschiedliche Versionen einer Videobearbeitungssoftware. Konkret einander gegenübergestellt wurden eine Dell Precision T7600 aus dem Jahr 2012 mit Adobe Premiere Pro CS6 und eine Dell Precision Tower 7910 (zwei Intel® Xeon® E5-2697 v3 Prozessoren, 2,6 GHz, 14 Kerne [28 virtuelle]) aus dem Jahr 2014 mit der neuen Adobe Premiere Pro Creative Cloud.

Die Ergebnisse zeigten, dass schon allein das Upgrade der Adobe Premiere Pro Software die Rendering-Produktivität um 15 % und die Ausgabeproduktivität um 207 % steigerte. Eine Kombination der neueren Software mit neuerer Hardware dagegen sorgte für 36 % Zuwachs bei der Rendering-Produktivität und 321 % Zuwachs bei der Ausgabeproduktivität.

„Alles lief flotter“, so Greenberg. „Die Bearbeitung fühlte sich knackiger und präziser an. Vielleicht fiel faktisch nur eine Verzögerung von 100 Millisekunden weg, doch auf dem neuen System fühlte sich alles flüssiger an.“

Vergleich von AutoCAD 2010 und 2015

David Cohn, Technical Publishing Manager bei 4D Technologies, verglich im Rahmen einer Studie AutoCAD 2010 und AutoCAD 2015, jeweils ausgeführt auf einer Dell Precision T1600 und einer neueren T1700 Workstation mit Intel® Xeon® E3-1220 Quad-Core-Prozessor mit 3,1 GHz. Dabei stellte er fest, dass ein und dieselbe Zeichenaufgabe mit AutoCAD 2010 auf der älteren Dell T1600 Workstation 10 Stunden und 11 Minuten dauerte, mit AutoCAD 2015 auf der Dell T1600 6 Stunden und 33 Minuten und nur noch 5 Stunden und 19 Minuten mit AutoCAD 2015 auf der neuen Dell T1700.

Die Nutzung von AutoCAD 2015 auf der Dell T1700 ergab die größte Produktivitätssteigerung, eine Zeiteinsparung von 48 % bei der Bearbeitung sowie beim Rendering von CAD-Dateien und insgesamt eine Produktivitätsverbesserung von 92 %. Anders gesagt: Ein und dieselbe Aufgabe dauerte mit neuer Software und neuer Hardware nur noch etwa halb so lange.

Vergleich von SOLIDWORKS 2012 und 2015

Rob Rodriguez, Gründer von Axis CAD Solutions und SOLIDWORKS Experte, hat kürzlich eine Studie mit SOLIDWORKS 2012 und SOLIDWORKS 2015 auf älterer und neuerer Hardware durchgeführt: einer Dell Precision T3600 mit NVIDIA Quadro 2000 Grafikkarte sowie einer Dell Precision Tower 5810 mit NVIDIA Quadro K2200 Grafikkarte.

Die Studie zeigte, dass allein eine Aktualisierung der Software bei der Bearbeitung und beim Rendering von CAD-Dateien eine Zeiteinsparung von 13 % sowie eine Produktivitätssteigerung von 16 % brachte. Ein Upgrade von Software und Hardware ergab eine Zeiteinsparung von 29 % und eine Produktivitätssteigerung von 41 %.

„Eine Produktivitätssteigerung von 41 % bedeutet, dass eine Aufgabe, die bislang 8 Stunden dauerte, jetzt in nur 5 Stunden und 41 Minuten erledigt ist“, erklärte Rodriguez. „Je komplexer die Modellierungsaufgabe, desto größer ist die Produktivitätssteigerung [durch ein paralleles Upgrade von Software und Hardware].“

Upgrade des Systems

Bei einem Upgrade auf neue Hardware oder Software stehen vor allem zwei wichtige Überlegungen im Mittelpunkt: wie sich die Kosten gering halten und wertvolle Daten und Anwendungen auf den neuen Computer übertragen lassen.

Ein Bild aus dem Familienleben kann hier vielleicht weiterhelfen. Mussten Sie auch schon einmal abgelegte Kleider älterer Geschwister auftragen? Kinder können das in der Regel nicht ausstehen, in puncto IT kann dieses Prinzip aber gut funktionieren. Sie können Ihre Benutzer in verschiedene Kategorien einteilen und neue, leistungsfähige Hardware und Software lediglich für diejenigen anschaffen, die hochwertige Workstations benötigen (z. B. CAD-Designer und Ingenieure). Deren bisherige Systeme können wiederum an Benutzer der anderen Kategorien weitergegeben werden (z. B. Verwaltungsmitarbeiter). Dadurch bekommt jeder eine neue oder zumindest leistungsfähigere Workstation.

Basierend auf den praxisrelevanten Ergebnissen dieser Studien lässt sich ein maximales Produktivitätsplus nur bei einer gemeinsamen Aktualisierung von Software und Hardware erzielen. Wenn Sie die oben genannten Zahlen in tatsächliche Einsparungen um- und auf einen längeren Zeitraum hochrechnen, erscheint es wenig sinnvoll, ein Hardware-Upgrade weiter aufzuschieben.

 

 

Tom Huston

Tom Huston

Journalist, dessen Arbeiten die Kulturauswirkungen der Technologien, Wissenschaft und Philosophie erkunden.

Neueste Beiträge:

 

Tags: Software, Technologie