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Schöne Geräte: die Bedeutung der Ästhetik für IT-Anschaffungen

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Spielt es eine Rolle, wie die IT von Unternehmen aussieht? Diese Frage ist so alt wie die IT selbst. Zu Zeiten, als sich die IT-Technologie auf den Schreibtisch beschränkte, war sie krude, langweilig und unscheinbar. Das ist schon seit Langem nicht mehr der Fall.

Die Rolle der Ästhetik für den Kaufprozess wurde erstmals deutlich, als auf einmal Farbmonitore auf den Schreibtischen auftauchten. Bis dahin handelte es sich bei allen Bildschirmen um Schwarz-Weiß-Bildschirme. Deshalb wurde die Frage gestellt, warum mehr Geld für derartige Spielereien ausgegeben werden sollte, insbesondere da mit Farbe häufig „Text hervorgehoben oder eine überflüssige Bildschirmdekoration hinzugefügt wurde. Aus kognitiver Sicht bot Farbe keinen Mehrwert, da alle Funktionen durch unterschiedliche Helligkeitsstufen erzielt werden konnten. Doch obwohl die Interface-Experten keinen wissenschaftlichen Vorteil finden konnte, bestanden Unternehmen auf Farbmonitoren.“

Heute wird die Bedeutung der Ästhetik kaum noch infrage gestellt. Das perfekte Beispiel hierfür sind die enormen Bemühungen von Smartphone- und Tablet-PC-Herstellern, attraktive Produkte mit hochgradig benutzerfreundlichen und visuell ansprechenden Benutzeroberflächen zu entwickeln. Der Lohn dieser Anstrengungen: Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC werden jährlich mehr als eine Milliarde Smartphones verkauft.

Das Thema Ästhetik rückt insbesondere durch die zunehmende Verbreitung von BYOD im Unternehmensumfeld in den Mittelpunkt. Mitarbeiter verwenden Geräte, die sie selbst ausgewählt haben, wobei die Ästhetik zweifelsohne eine Rolle bei der Kaufentscheidung gespielt hat. Wie wichtig die Ästhetik beispielsweise im Vergleich mit dem Funktionsumfang oder dem Preis ist, lässt sich nur schwer sagen. Bewertungen beginnen jedoch meist mit dem Look-and-feel, was deutlich macht, dass sie definitiv ein entscheidender Faktor ist.

Warum ist das für Unternehmen von Belang?

Schöne Geräte: die Bedeutung der Ästhetik für IT-AnschaffungenWas bedeutet das für den Beschaffungsprozess des Unternehmens? Einfach ausgedrückt: Die Tage sind gezählt, in denen das Design von Benutzeroberfläche oder Hardware nur Nebensache war. Durch die Verfügbarkeit von hochgradig ansprechenden Technologien liegt die Messlatte heute höher und Nutzer akzeptieren auch am Arbeitsplatz nicht mehr die nur zweitbeste Lösung.

Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ergeben sich hier Herausforderungen, wenn Unternehmen die klügsten und besten Absolventen für sich gewinnen wollen. Absolventen sind Digital Natives, die sich im Umgang mit IT auskennen und bei ihrer Arbeit nicht von Technologie behindert werden wollen. Stattdessen soll sie ihnen ermöglichen, ihre individuelle, für sie effizienteste Arbeitsweise zu finden. Zudem muss die vom Arbeitgeber bereitgestellte IT der Qualität und Aktualität ihrer privaten Geräte entsprechen und ihnen die Möglichkeit geben, zeit- und ortsunabhängig genau so zu arbeiten, wie sie es möchten. Diese Ansprüche ziehen sich durch die gesamte Belegschaft. Deshalb kommt der Bereitstellung der richtigen IT eine wachsende Bedeutung zu.

Es gibt hierfür keine Alternative. Wenn keine ästhetisch ansprechenden Technologien vom Unternehmen bereitgestellt oder unterstützt werden, versuchen Mitarbeiter, unästhetische, funktionsschwache Technologien zu umgehen, wodurch mehr Sicherheitsrisiken entstehen. Das Fazit ist also eindeutig: Beim Kauf von Technologie gehört die Ästhetik als wichtiges Kriterium auf die Prüfliste – nicht nur für persönliche Technologie, sondern für jede Art von Technologie. Sie trägt dazu bei, dass Mitarbeiter produktiv, effizient und zufrieden sind.

 


 

Hinweise:

  1. Norman, D. A. (2002). Emotion and design: Attractive things work better. Interactions Magazine, ix (4), 36–42.

 

 

Manek Dubash

Manek Dubash

Manek Dubash ist Analyst und Technikjournalist mit über 30 Jahren Berufserfahrung. Mit Schwerpunkt auf Unternehmenstechnologie beschreibt und kommentiert er Themen der Unternehmensinfrastruktur für eine Reihe von Websites mit großem Einfluss auf die Branche. Seine Artikel erscheinen nicht nur in überregionalen Zeitungen, sondern auch in technischen Fachzeitschriften und auf Technik-Websites. Darüber hinaus hatte er leitende Positionen bei größeren, im freien Verkauf vertriebenen Zeitschriften inne – unter anderem war er Chefredakteur beim PC Magazin – und hat für Analyse- und Forschungsdienstleister wie Datamonitor und STL Partners gearbeitet.

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Tags: Mobilität, Technologie