Home » Technologie » Konvergente Infrastruktur » Softwaredefinierte Rechenzentren als Grundlage neuer Geschäftsmodelle

Softwaredefinierte Rechenzentren als Grundlage neuer Geschäftsmodelle

Tech Page One

Softwaredefinierte Rechenzentren als Grundlage neuer Geschäftsmodelle

 

Ein softwaredefiniertes Rechenzentrum (Software-Defined Data Center, SDDC) als leistungsstarker neuer Motor für Unternehmen ist in erster Linie im Back-End des IT-Stacks implementiert. Schauen wir auf aktuelle SDDC-Infrastrukturen, ist das unbestreitbar wahr. Viele argumentieren aber jetzt, dass das Konzept auch direkt im Front-End des Geschäftsbetriebs deutliche Auswirkungen hat.

Ist das wirklich so? Versuchen die Server- und Netzwerkanbieter nur, die Vorteile einer solchen Architektur möglichst weitreichend erscheinen zu lassen, um mehr Kit- und Serviceverträge umstellen zu können? Oder lässt sich die Behauptung untermauern?

Programmierbarere Netzwerke

Softwaredefinierte Rechenzentren als Grundlage neuer GeschäftsmodelleEs lässt sich nicht leugnen, dass ein programmierbareres IT-Netzwerk für Firmen, die sich für eine softwaredefinierte Architektur entscheiden, eine Grundlage für einen reibungsloseren Geschäftsbetrieb ist.

Und je einfacher sich die softwaredefinierte Netzwerk-Fabric eines Unternehmens verwalten lässt, desto mehr Möglichkeiten bietet eine solche programmierbarere Architektur, Innovationen auf Grundlage offener Standards zu implementieren. Das wiederum erlaubt die Entwicklung neuer Anwendungen und Services, mit denen sich neue Geschäftschancen erschließen lassen.

Einfach ausgedrückt: Unternehmen können das Fundament ihres IT-Betriebs jederzeit verändern, um gewinnbringende Geschäftsinitiativen zu forcieren. Marketingexperten reden hier gerne von „hohem Innovationstempo“; für unsere Zwecke ist auch „softwaredefinierte Flexibilität“ ein passender Begriff.

Die Stärke einer softwaredefinierten Systemstruktur

Obwohl der Aufbau eines softwaredefinierten Rechenzentrums extrem komplex ist, ist der Hauptakteur auch heute immer noch ein spezialisierter Anbieter, an den sich Unternehmen für die Umsetzung eines solchen Projekts wenden.

Was die Rolle der Unternehmen selbst angeht, setzt sich vielfach die Erkenntnis durch, dass Aufgaben, die in den Zuständigkeitsbereich der höheren Ebenen fallen, tatsächlich auch schneller abgearbeitet werden können als bisher. Zu denken ist hier beispielsweise an die Zertifizierung, Validierung und Bestätigung sowie an Tests neuer Anwendungen und Services.

Möglich ist das, weil Unternehmen Elemente des IT-Stacks als separate Komponenten implementiert und ausgelagert haben; Elemente, deren Verwaltung für sie in einer nicht softwaredefinierten Infrastruktur in der Regel sehr viel zeitaufwendiger wäre.

Kunden im Mittelpunkt

Haben Unternehmen ihr SDDC erst einmal eingerichtet und vollständig in Betrieb genommen, können sie sich auf die Benutzerfreundlichkeit der Anwendungen konzentrieren, sowohl mit Blick auf die internen Benutzer als auch mit Blick auf die Kunden. Ein stabileres Netzwerk ermöglicht es ihnen (zumindest in der Theorie), den Front-End-Betrieb durch personalisierte Services und Ebenen individuell zuzuschneiden.

Schließlich bedeuten glücklichere Kunden auch höhere Gewinne, nicht wahr?

Mehr Vorteile auf allen Ebenen

Vergleichsweise schnell werden Unternehmen dann auch tiefer gehende und inhärent miteinander in Zusammenhang stehende Vorteile verzeichnen können. Konkret können sie Datenanalysen anwenden, darunter auch Big Data-Analysen, und das im gesamten Netzwerk. Das funktioniert, weil das Unternehmen mehr softwaredefinierte Kontrollmöglichkeiten im Netzwerkkern hat.

Die Kombination aus intelligenter Datenanalyse und mehr Netzwerkprogrammierbarkeit führt (zumindest in der Theorie) zu betrieblichem Wachstum, das wiederum handfeste finanzielle Vorteile mit sich bringt. Zusätzlich sollten sich alle Elemente dieses Ansatzes immer weiter gegenseitig verstärken, sodass ein positiver Kreislauf entsteht.

Das Ergebnis unter dem Strich

Werden alle diese produktivitätssteigernden Vorteile eines softwaredefinierten Rechenzentrums effizient implementiert, kann sich jedes Unternehmen, unabhängig vom konkreten vertikalen Markt, ein schnelleres, reaktionsfähigeres und schlussendlich profitableres Geschäftsmodell schaffen.

Sicherlich werden Anbieter weiterhin Mythen zu diesem Thema kreieren; softwaredefinierte Architekturen sind jedoch Realität und es gibt in diesem Bereich viel zu lernen – und zu gewinnen.

 

 

Adrian Bridgwater

Adrian Bridgwater

Adrian ist Technikjournalist mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung in der Journalismusbranche. Vorrangig hat er sich mit der Erstellung von Nachrichtenanalysen im Bereich der Softwareentwicklung beschäftigt; in unserer sich ständig verändernden Medienwelt ist er aber auch Analyst, Technik-Evangelist und inhaltlicher Berater. Während der letzten zehn Jahre hat er sich großenteils auch auf Themen wie Open Source, Datenanalyse und -aufbereitung, Cloud Computing, Mobilgeräte und Datenmanagement konzentriert.

Neueste Beiträge:

 

Tags: Konvergente Infrastruktur, Technologie