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Tag Eins: Interview mit EMEA-Präsident Aongus Hegarty zum Zusammenschluss von Dell und EMC

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Die Aktionäre von EMC trafen sich im Juli, um der Übernahme des Unternehmens durch Dell zuzustimmen – der Deal wurde am 7. September 2016 abgewickelt, wodurch das weltweit größte Technologie-Unternehmen in Privatbesitz entstand.

Aongus Hegarty ist EMEA-Präsident bei Dell und gibt offene Einblicke in das neu fusionierte Unternehmen. Von der Vision zur Integration und vom Divestment zur Innovation erklärt Hegarty, wie das neu fusionierte Unternehmen die Herausforderungen meistern will und den Kunden jetzt und in Zukunft große Vorteile bieten wird.

[Frage] Der Deal ist im IT-Markt von enormer Bedeutung. Warum hat Dell EMC übernommen?

Body Text Image[Antwort] Die CIOs von heute sehen sich mit einem ständigem Wandel konfrontiert und ihre Bemühungen konzentrieren sich häufig auf zwei Makrobereiche – erstens wollen sie ihre bestehende IT-Infrastruktur über Elemente wie Virtualisierung und Konvergenz so effizient und effektiv wie möglich gestalten; und zweitens investieren sie in die neue Ära der digitalen Transformation sowie in Hyperkonvergenz und die Cloud. Wenn man überlegt, was nötig ist, um in diesen beiden Makrobereichen Vorteile zu bieten, stellt die Fusion von EMC und Dell ein wirklich starkes Vorhaben dar.

Zusammengenommen beträgt der Umsatz der beiden bestehenden Unternehmen etwa 74 Milliarden USD und sie ergänzen sich gut. Unsere neu zusammengefügten Unternehmen verfügen über sich ergänzende Portfolios, welche die am schnellsten wachsenden Bereiche der Branche abdecken, wie die Hybrid-Cloud, softwaredefinierte Rechenzentren, konvergente Infrastruktur, Datenanalytik und Sicherheit. Auch aus der Vermarktungsperspektive gibt es nur sehr wenige Überschneidungen – EMC hatte in der Geschichte immer gute Beziehungen zu großen Unternehmen und Dell hatte immer gute Beziehungen zum Handel und kleinen und mittleren Unternehmen.

[F] Wie sieht die Vision für das fusionierte Unternehmen aus, sowohl was die Strategie als auch die Produkte angeht?

[A] Wir haben hervorragende Wachstumsaussichten. Wir hoffen, der vertrauenswürdigste Berater in der Technologiebranche zu werden, und möchten unseren Kunden und Partnern helfen, die digitale Transformation ihrer Unternehmen voranzutreiben.

Wir wissen, dass Kunden alte Plattformen haben und wir möchten ihnen helfen, die verschiedenen Schichten in ihrem Stack optimal zu nutzen. Die Kombination aus Dell-Servern, EMC-Speichern und software, und hochwertigen Netzwerkdiensten wird unseren Kunden eine starke Infrastruktur bieten. Unsere Kunden werden von uns weiterhin eine Auswahl geboten bekommen, aber viele wünschen sich einen Komplettanbieter und nur einen Ansprechpartner. Die Vereinigung von Dell und EMC bringt uns in die hervorragende Lage, diesen neuen Bedürfnissen gerecht zu werden.

[F] Zwei große Unternehmen zusammenzubringen ist natürlich keine einfache Aufgabe. Wie läuft der Integrationsprozess und inwiefern werden die Kunden betroffen sein?

[A] Der Abschlussprozess wurde beendet und zu den festgelegten Bedingungen und im geplanten Zeitrahmen erledigt. Wir hatten ein Integrationsteam, in dem Mitarbeiter aus beiden Unternehmen an der Vorbereitung für „Tag 1“ und für die weitere Zukunft des Unternehmens zusammenarbeiteten. Zusammen haben sie ein gemeinsames Angebot erstellt, indem sie Forschung und Entwicklung kombinierten und zeigten, wie wir dem Kunden einen Mehrwert bieten können.

Bis zum Ende dieses Finanzjahres werden wir von zwei stark miteinander verbundenen Vertriebsteams zu einer Einheit übergehen, mit einem Fokus auf einzelnen Segmenten, wie z.B. Konzerne, Mittelstand sowie Kleinunternehmen und Verbraucher. Diese Segmentierung bietet eine Plattform, um das Serviceniveau zu steigern. Unsere Kunden wünschen sich Stabilität und mehr Engagement. Wir konzentrieren uns auf Stabilität und bringen gleichzeitig mehr Leistung.

[F] Stabilität ist auch eng mit einem präzise bestimmten Produktangebot verbunden. Sie haben erwähnt, dass die Überschneidung von Dell und EMC gering ist. Inwiefern nutzen Sie dann Entflechtungen, um das gemeinsame Geschäft weiter zu optimieren?

[A] Wir gliedern Elemente aus, die für unser Hauptgeschäft nicht entscheidend sind, aber es geschieht in einer Art, die unseren Kunden Vorteile bringt. Der Verkauf unserer Outsourcing-Elemente zu Geschäftsprozessen an NTT Data ermöglicht uns das Eingehen von Partnerschaften mit dem gerade unabhängig gewordenen Unternehmen. In gleichem Maße werden wir uns auch mit weiteren Systemintegratoren und Beratungsunternehmen zusammentun können, um Geschäftsprozesse auszugliedern.

Wenn es darum geht, Software-Ressourcen auszugliedern, behalten wir einen Mehrheitsanteil an SecureWorks, aber es wird als unabhängiges Unternehmen aufgestellt, vergleichbar mit VMware, so dass es anderen Anbietern hervorragende Sicherheitsleistungen bereitstellen kann. SonicWall und Quest Software werden auch ausgegliedert, und wir haben bereits eine Reseller-Vereinbarung getroffen, um ihre Anwendungen als Teil unseres Portfolios zu verwenden. Die Devestition ermöglicht es uns, mit großartigen Unternehmen zusammenzuarbeiten und gleichzeitig unseren Schwerpunkt weiter darauf zu legen, der beste Komplettanbieter von IT-Infrastruktur zu werden.

[F] Forschung und Entwicklung werden auf diesem Weg eine entscheidende Rolle spielen. Welche Technologien können Kunden erwarten, wenn EMC und Dell zusammen Innovationen schaffen?

[A] Beide Unternehmen investieren viel in Forschung und Entwicklung – zusammen haben wir in den letzten fünf Jahren etwa 12 Milliarden USD investiert. Der Fusionsprozess bedeutet, dass wir nun noch viel mehr Geld in die Forschung stecken können. Gemeinsam besitzen beide Unternehmen etwa 20.000 Patente. Die Zusammenlegung gibt uns die einmalige Gelegenheit, Innovationen zu schaffen und Kunden auf ihrem Weg zur Konvergenz zu unterstützen. Außerdem können wir Plattformen erstellen, die leichter zu installieren, schneller bereitzustellen und einfacher zu verwalten sind. Unsere Forschung und Entwicklung wird sich auf wachstumsstarke Bereiche wie die Hybrid-Cloud, softwaredefinierte Rechenzentren und konvergente Infrastruktur konzentrieren.

Wenn man das ganze Bild betrachtet, geht es ausschließlich um die digitale Transformation. Unsere Kunden müssen sich positionieren, um für die neue Welt bereit zu sein, sonst riskieren sie den Verlust ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Die CIOs müssen weniger Augenmerk darauf legen, die Kosten zu reduzieren, sondern mehr darauf, sowohl auf die Gefahren als auch die Chancen von bahnbrechenden Innovationen eingestellt zu sein. Der Erfolg bei der digitalen Transformation hängt davon ab, ob man stark vernetztes und leistungsstarkes Computing nutzt, um Daten aus mehreren Quellen zu vereinen. Kluge CIOs werden in der Lage sein, Quellen zu verbinden, die zuvor noch nie zusammengelegt wurden, um Einblicke und neue Ideen zu schaffen. Der zugrundeliegende Wegbereiter für die digitale Transformation ist eine grundsolide IT-Infrastruktur und genau darin liegt der Fokus des neu fusionierten Unternehmens Dell EMC.

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Die Partnerschaft, so Hegarty schließlich, werde Kunden eine vereinigte Komplettinfrastruktur bieten, die das Ausmaß hat, sowohl große Vorteile für Unternehmenskunden als auch hervorragenden Mehrwert für mittelständische Unternehmen und kleinere Klienten zu bieten. Aus dem Fusionsprozess, sagt er, werde ein Einzelanbieter mit einer robusten Plattform, erstklassigem Service und hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung hervorgehen.

Das Risiko für technologiegetriebene bahnbrechende Innovationen bleibt eine klare und präsente Gefahr für Führungskräfte in allen Unternehmen. CIOs und ihre Kollegen auf Vorstandsebene müssen sich auf diese sich schnell verändernde Welt der digitalen Transformation einstellen. Die gute Nachricht für Unternehmen aller Größen ist, dass das neue Unternehmen aus Dell und EMC sich darauf konzentrieren wird, eine IT-Infrastruktur zu schaffen, die die Entwicklung neuer Einblicke und Ideen unterstützt.

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Mark Samuels

Mark Samuels

Mark Samuels ist Wirtschaftsjournalist mit Spezialisierung im Bereich IT-Leadership. Als früherer Redakteur bei CIO Connect und Kulturredakteur bei Computing hat er bereits für verschiedene Organisationen gearbeitet, darunter Economist Intelligence Unit, Guardian Government Computing und Times Higher Education. Mark schreibt darüber hinaus Beiträge für CloudPro, ZDNetUK, TechRepublic, ITPro, Computer Weekly, CBR, Financial Director, Accountancy Age, Educause, Inform und CIONET. Er hat umfassende Erfahrung im Verfassen von Artikeln zu dem Thema, wie CIOs in ihren Unternehmen Technologien einführen und nutzen.

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